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Bestattungsvorsorge: Neue Verbraucherzentrale-Studie deckt Lücken auf

Eine aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Bundesverband zeigt alarmierende Zahlen zur Bestattungsvorsorge in Deutschland. Nur jeder dritte Deutsche plant seine eigene Bestattung im Voraus - mit weitreichenden Folgen für Angehörige und Bestattungsunternehmen.

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Bestattungsvorsorge: Neue Verbraucherzentrale-Studie deckt Lücken auf

Die Bestattungsvorsorge ist eines der wichtigsten, aber auch am meisten vernachlässigten Themen unserer Gesellschaft. Eine aktuelle Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands e.V. vom Oktober 2023 mit dem Titel "Bestattungsvorsorge in Deutschland: Zwischen Verdrängung und Verantwortung" bringt erschreckende Zahlen ans Licht: Nur 35 Prozent der Deutschen haben ihre Bestattung bereits zu Lebzeiten geplant oder entsprechende Vorsorgeverträge abgeschlossen.

Zentrale Erkenntnisse der Verbraucherzentrale-Studie

Die repräsentative Untersuchung, für die 2.500 Deutsche ab 40 Jahren befragt wurden, offenbart drei wesentliche Problemfelder:

  • Finanzielle Ungewissheit: 68 Prozent der Befragten wissen nicht, was ihre Wunschbestattung kosten würde
  • Informationsdefizit: 45 Prozent fühlen sich unzureichend über Vorsorgemöglichkeiten informiert
  • Familienbelastung: In 72 Prozent der Sterbefälle müssen Angehörige ohne Vorgaben des Verstorbenen entscheiden

Besonders brisant: Die Studie zeigt, dass die durchschnittlichen Bestattungskosten in den letzten fünf Jahren um 23 Prozent gestiegen sind, während die Vorsorgebereitschaft stagniert.

Einordnung aus Sicht der Bestattungsbranche

Diese Erkenntnisse decken sich mit den täglichen Erfahrungen vieler Bestattungsunternehmen. Die Studie bestätigt, was Branchenprofis seit Jahren beobachten: Angehörige stehen im Trauerfall oft vor einem Informationsvakuum und müssen unter emotionalem Stress weitreichende Entscheidungen treffen.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung aber auch Chancen auf. Denn 58 Prozent der Befragten gaben an, sie würden eine Bestattungsvorsorge abschließen, wenn sie bessere Beratung erhielten. Hier liegt ein enormes Potenzial für Bestattungsunternehmen, die ihre Beratungskompetenzen ausbauen möchten.

Kritisch zu sehen ist allerdings die in der Studie erwähnte mangelnde Transparenz bei Vorsorgeverträgen. Tatsächlich haben unseriöse Anbieter in der Vergangenheit das Vertrauen vieler Verbraucher erschüttert. Umso wichtiger ist es für seriöse Bestatter, durch Transparenz und faire Beratung zu überzeugen.

Fünf Praxistipps für bessere Vorsorgeberatung

1. Aktive Aufklärung über Bestattungskosten

Erstellen Sie transparente Preislisten für verschiedene Bestattungsformen und erklären Sie die Kostenstrukturen verständlich. Nutzen Sie Beispielrechnungen, um abstrakte Zahlen greifbar zu machen. Eine offene Kommunikation über Preise schafft Vertrauen und reduziert Hemmschwellen.

2. Strukturierte Beratungsgespräche entwickeln

Entwickeln Sie einen standardisierten Beratungsleitfaden, der alle wichtigen Aspekte der Bestattungsvorsorge abdeckt: von der Bestattungsart über die Grabpflege bis hin zu rechtlichen Fragen. Dokumentieren Sie die Wünsche des Kunden schriftlich und händigen Sie eine Kopie aus.

3. Flexible Finanzierungsmodelle anbieten

Nicht jeder kann oder möchte die gesamte Bestattung sofort bezahlen. Bieten Sie verschiedene Finanzierungsoptionen an: von Ratenzahlungen über Treuhandlösungen bis hin zur Zusammenarbeit mit Sterbegeldversicherungen. Erklären Sie dabei die jeweiligen Vor- und Nachteile ehrlich.

4. Digitale Dokumentation etablieren

Nutzen Sie digitale Tools zur Dokumentation der Vorsorgevereinbarungen. Diese sollten DSGVO-konform sein und den Angehörigen im Bedarfsfall schnell zugänglich gemacht werden können. Eine sichere Cloud-Lösung kann hier wertvolle Dienste leisten, wenn entsprechende Einverständniserklärungen vorliegen.

5. Regelmäßige Nachfassaktionen planen

Bestattungsvorsorge ist kein einmaliger Akt. Lebensumstände ändern sich, ebenso wie Wünsche und finanzielle Möglichkeiten. Kontaktieren Sie Ihre Vorsorgekunden alle zwei bis drei Jahre, um Vereinbarungen zu überprüfen und anzupassen. Dies zeigt Professionalität und stärkt die Kundenbindung.

Rechtliche Aspekte beachten

Bei der Bestattungsvorsorge sind verschiedene rechtliche Aspekte zu beachten. Gemäß § 1968 BGB können Erblasser Verfügungen über ihre Bestattung treffen, die für die Erben bindend sind. Wichtig ist dabei die ordnungsgemäße Dokumentation und Aufbewahrung entsprechender Verfügungen.

Datenschutzrechtlich müssen Bestatter nach Art. 6 DSGVO eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten haben. Bei Vorsorgeverträgen liegt diese in der Regel in der Vertragserfüllung (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO). Die Aufbewahrungsfristen richten sich nach den handelsrechtlichen Vorgaben und betragen grundsätzlich zehn Jahre.

Fazit: Bestattungsvorsorge als Chance für die Branche

Die Verbraucherzentrale-Studie macht deutlich: Der Beratungsbedarf in der Bestattungsvorsorge ist enorm. Gleichzeitig zeigt sie, dass viele Menschen durchaus bereit sind, Vorsorge zu treffen - wenn sie kompetent beraten werden.

Für Bestattungsunternehmen liegt hier eine große Chance. Wer professionelle Vorsorgeberatung anbietet, kann nicht nur einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten, sondern auch sein Geschäftsmodell nachhaltig stärken. Die Digitalisierung kann dabei helfen, Beratungsprozesse zu optimieren und Dokumentationen zu vereinfachen.

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Primärquelle: Bestattungsvorsorge in Deutschland: Zwischen Verdrängung und Verantwortung, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

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